Niwenhaus 17

Nachdem der frostige Winter mir mit seinen eiskalten Atem die Finger beim Malen blau gehaucht hatte und selbst nach einigen Wochen mit Wärmestrahler kein Weiterkommen mehr möglich war, zudem die Bronchitis chronisch wurde und die Farben eigenartige chemische Reaktionen zeigten (merke: Farben immer möglichst über 10 Grad verwenden) habe ich mir die Krümmel vom Bärenfell (Farbkleckse) gestrichen und bin in eine Art Niwenhaus-Winterschlaf übergegangen.
Doch damit ist jetzt Schluß: seit Anfang März bin ich wieder in der Röhre, habe das Werkzeug sondiert und neu aufgestellt, gestrichen und grundiert (netter Weise haben die nachtaktiven Jungs alle Wände in Ruhe gelassen, lediglich ein paar Kids konnten dem frisch verputzten, weißen Grund nicht widerstehen und haben ihre Matsch-Hand-und Fußabdrücke hinterlassen) und arbeite natürlich bereits an neuen Motiven.
Gerade entstehen malerische Assoziationen zum Waisenhaus und seinem direkten Bezug zur Lage von Schloß-Nymphenburg. Außerdem das Viertel als lebendiger Part der Streetart-Szene und das Flanieren an der Schloßmauer…
Dabei freuen mich die herzlichen Reaktionen von Passanten (mit teilweise auch bereits bekannten Gesichtern) sehr. Von: „wir besuchen den Tunnel jeden Sonntag um die Bilder anzuschauen und weil wir neugierig sind, wann und ob es wieder weitergeht!“, „wirklich einmalige Arbeiten!“,  „ich hatte schon Angst Sie hätten ihr Werk aufgegeben. Großartig, dass es jetzt wieder weitergeht.“, gab es für meinen nächsten Bündel Pinselstriche noch viele so schöne und nette Texte mit auf den Weg ins Bild, daß sie ihr Ziel kaum mehr verfehlen konnten…
Danke für diese Unterstützung.

Kälteeinbruch

Mittlerweile hat sich neben der Flohmarktszenerie unterhalb des Olympiastadions auch der alte Münchner Flughafen mit einer „Tante Ju“ auf die Wand gesellt.
Nachdem die Organisation und Gestaltung der Ausstellung „Polycelis“ eine kurze Pause erzwungen hat, geht es jetzt in den folgenden Wochen wieder mit voller Kraft voraus, wunderbar zeitlich deckungsgleich mit dem fiesen Kälteeinbruch….

Klinker vs. Painting

Die besondere Konstellation in der Unterführung macht es möglich: zwar musste der Klinker der Möglichkeit mit feinem Pinselstrich arbeiten zu können weichen, aber trotzdem fand sich Gelegenheit den besonders schönen, rauhen Eigenschaften des Material Geltung zu tragen. Bei der Verspachtelung habe ich darauf geachtet, rhythmisch Stellen freizulassen, so daß sich Malerei und Stein begegnen. Hier erste Früchte.

Hundstage

Es ist wieder soweit: in der gewichtigen Runde eins wird wieder hart mit den Materialwelten gerungen. Knapp 2,5 Tonnen Beton sind verspachtelt, davor Tiefgrund im Anschluß die Glättspachtel aufgetragen. Körperlich am Ende aber geistig auf der Suche nach Nahrung 🙂 Die Farben stehen bereit: mögen die Spiele beginnen!

Tunnel gespachtelt
Dom-Pedro-Unterführung nach Abschluss der Vorarbeiten, vor Beginn der künstlerischen Arbeit